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NUSSDORF-DEBANT

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Montag, 09.12.2019

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Gemeindedaten Chronik

Lage im Grossraum

Auf dem Bild wird die örtliche Ausdehnung der Marktgemeinde Nußdorf-Debant dargestellt
Örtliche Ausdehnung der Gemeinde

Die Marktgemeinde Nußdorf-Debant ist neben der Bezirksstadt Lienz der größte Ort im Lienzer Talboden. Das Gemeindegebiet erstreckt sich zwischen

Wartschenbach (W) und Debantbach (O),
Zettersfeld (NW) und Südabdachung der Schobergruppe (NNO)
und der Niederung des Lienzer Talbodens bis zur Drau im Süden.

Die Gemeinde grenzt an die Gemeinden:
Lienz, Gaimberg, Thurn, Ainet, Kals a.G., Heiligenblut (Ktn.), Großkirchheim (Ktn.), Mörtschach (Ktn.), Winklern (Ktn.), Dölsach und Tristach.

 

Nußdorf-Debant ist mit 3228 Einwohnern die drittgrößte Gemeinde in Osttirol.

 

Trotz der Nähe zur Bezirksstadt Lienz besitzt die Gemeinde für den östlichen Talbodenbereich eine zentralörtliche Funktion, vor allem im Schul- und Sportsektor.

Durch überdurchschnittliche Ansiedlung von Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben hat sie größte Bedeutung im Talboden, begünstigt durch die gute Verkehrslage an der Bundesstraße 100 (Drautalstraße) und die B 107 die Glocknerstraße mit Verbindungen ins Drau- und Mölltal.

 

Allgemeine Daten

Fläche: 5.344 ha
Einwohnerzahl: 3.314 (Stand 11.01.2012)
Haushalte 1991: 843 Gemeindestatistik 1999
Haushalte 2001: 1127 Gemeindestatistik 2001
Haushalte 2006: 1296
Haushalte 1/2011: 1431
Haushalte 1/2013: 1481
Katastralgemeinden: KG Obernußdorf u. KG Unternußdorf
Gerichts- und politischer Bezirk: Lienz
Abwasserentsorgung: Abwasserverband Lienzer Talboden
Müllentsorgung: Abfallwirtschaftsverband Osttirol
Mittlere Wohnhöhe: 674 m

Teile der Gemeinde

Nußdorf

Geschlossener Ortsteil am Fuße des Nußdorfer Berges, eines Ausläufers des Zettersfeldes; 3 km östlich von Lienz in 713 m Seehöhe gelegen.

Streusiedlungen am Hang des Nußdorfer Berges bestehend aus Mitterberg, Hochberg (als Teile von Obernußdorf) und Debanttal.

Debant

Am Ausgang des Debanttales auf der Westseite des flächen Debantbachschuttkegels; 4 km östlich von Lienz.

 

Historische Entwicklung

Hier sehen Sie ein Bild der Ausgrabungsstätte von Aguntum
Ausgrabungsstätte Aguntum

Regionsgeschichte

Die ersten gesicherten Besiedlungen des Raumes Lienz können für spätere Jungsteinzeit (ca. 2000 v. Chr.) angegeben werden. Auf Breitegg, einem Hügel nördlich von Nußdorf ist eine prähistorische Siedlung gefunden worden. Dieser Ort war bereits ab der früheren Bronzezeit (etwa 1800 v. Chr.) bis in die mittlere Eisenzeit (6. Jh. V. Chr.) bewohnt.

 

Die Siedlung lag zwar nicht in unmittelbarer Nähe der einstigen Kupferlagerstätten im Raum Matrei und Umgebung, wohl aber im Schnittpunkt der Handelswege nach Osten, Westen und über die Tauernpässe nach Norden, wohin schon damals Erz transportiert wurde. Erst nach der Eroberung durch die Römer konnten die Bewohner von Breitegg auf die zwar geschützte, aber dennoch unbequeme Lage auf dieser Bergkuppe verzichten und zogen ins Tal. In jener Zeit entstand das Aguntum.

 

Mit archäologischen Grabungsarbeiten im Aguntum begann Prof. Innozenz Ploner im Jahre 1912, nachdem bereits 1756 Anton Roschmann erwähnt hatte, dass die Nußdorfer Bauern auf ihren Gründen nach "Schätzen" gruben. Ploner legte neben dem Hause Donabauer ein auf Luftheizungsgewölben erbautes Zimmer mit Wandmalerei und Mosaikboden frei. Prof. Rudolf Egger fand die frühchristliche Friedhofskirche von Agunt, Prof. Erich Swoboda legte in den Jahren 1931 bis 1933 auf dem Gelände östlich des Debantbaches eine Anzahl römischer Bauwerke frei, und Prof. Franz Miltner, Dr. Stefan Karwiese und Prof. Wilhelm Alzinger setzten diese Grabungen seit 1950 in größerem Ausmaße fort, wobei ihnen der sensationelle Fund eines Stadtplanes von Agunt, eingeritzt in einen Ziegel, unschätzbare Dienste erwies.

 

Verschiedene Flur- und Hofnamen mit den Endungen "-itz", "-igg" und "-ach" zeugen von der Besiedelung dieses Gebietes durch die Slawen nach dem Zusammenbruch der Römerherrschaft.

Ortsgeschichte

Der Mesnerhof, heute im Privatbesitz, war zur Zeit der Görzer Grafen als Edelsitz Staudach Sitz der Familie gleichen Namens (görzische Vasallen); dann besaßen ihn die Murgeth, die sich "Nustorfer" nannten.

 

Namensdeutung

1065 wurde der Name "Nuzdorf", 1274 "Devin" erstmals urkundlich genannt. Paolo Santonino, Sekretär des Patriarchen von Aquileia, berichtet von seinem 1485 erfolgten Besuch im Dorf der Nüsse (rus nuncum = paese delle noci) und seiner Einkehr im Palast (Ansitz Staudach) der edlen Herren "Nustorfer".

Debant erhielt seinen Namen vom Bach, auf dessen Schuttkegel es entstand. Die heute noch gültige mundartliche Form "in der Deb'n" weist auf keltische Fluss- und Ortsnamen (Deva, Debana u.ä.m.) hin. Diese werden von den lateinischen Wörtern divus und divinus zugrunde liegenden Urwort für "göttlich" ableitet.

Kirchengeschichte

Hier sehen Sie ein Bild der Kirche in Nußdorf
Kirche in Nußdorf

Nußdorf

1274
wurde die von den Görzer Grafen erbaute Helenenkirche zu Nußdorf erstmals urkundlich erwähnt.

1404
bezeugte eine Urkunde, dass für ein neues Gotteshaus ein Grundstück von der Witwe eines Lienzer Bürgers angekauft worden ist.

1482
wurde die heutige Nußdorfer Kirche "St. Helena" erbaut und

1485
von Bischof Petrus Caprulanus, Vikar des Kardinals und Patriarchen von Aquileia, eingeweiht.

1650 bis 1695
wurde das Gotteshaus vergrößert, der Altar erneuert und die Kirchenuhr eingebaut.

1785
wurden Unter- und Obernußdorf von der Pfarre Dölsach getrennt und zu einer Lokalkaplanei ernannt. Als erster Pfarrherr wirkte der Exkarmelitermönch Christian Drescher; er brachte die heute unter Denkmalschutz stehende Orgel aus dem von Kaiser Josef II. aufgehobenen Karmeliterkloster in Lienz nach Nußdorf.

1891
wurde die Lokal-Kaplanei zur selbständigen Pfarre erhoben.

 

Debant

1657
wurde in Debant von zwei wohlhabenden Bauern die Silvesterkapelle erbaut und dem Viehpatron "Papst Silvester" geweiht.

1967
wurde Debant zum selbständigen Pfarrvikariat erhoben.

1970
wurde die vom Innsbrucker Architekten Ulrich Feßler geplante Heilig-Geist-Kirche fertiggestellt und eröffnet.

1973
wurde ein eigener Friedhof in Debant seiner Bestimmung übergeben.

Schulgeschichte

Sie reicht über 200 Jahre zurück. Anfangs wurde freilich nur im Pfarrhaus zu Nußdorf und in verschiedenen Bauernhäusern im Debanttal unterrichtet.

 

1847
wurde die Volksschule Debanttal erbaut, die

1967
aufgelassen wurde.

1893
wurde die Volksschule Nußdorf errichtet, die bald zu klein wurde, sodass auch im alten Feuerwehrhaus eine Klasse untergebracht werden musste.

1987/88
wurde sie auf 4 Klassen baulich erweitert, gleichzeitig wurden auch neue Kindergartenräume geschaffen.

1962
erhielt Debant eine eigene Volksschule,

1970
eine Hauptschule und eine Allgemeine Sonderschule, die von den Kindern der Sprengelgemeinden Dölsach, Iselsberg-Stronach, Nikolsdorf, Lavant und Nußdorf-Debant besucht werden.

 

Katastrophenchronik

Hier sehen Sie ein Bild von der Wartschenbachkatastrophe
Wartschenbachkatastrophe

Im Jahr 1827 wurde der Ortsteil Unternußdorf durch einen gewaltigen Erdrutsch aus dem Zwislinger Graben stark vermurt. Da sich auch am Mitter- und Hochberg große Sprünge im Boden zeigten, hätte das Unglück noch viel unheilvoller sein können. 1917 kam es zu einer neuerlichen, allerdings geringfügigen Vermurung, verursacht durch den "faulen" Muskowitglimmerschiefer des Nußdorfer Berges.

Durch Hochwasserkatastrophen im September 1965 sowie im August und November 1966 wurde Unternußdorf durch das Zwislinger-, Dorf- und Wartschenbachl und der östliche Teil Debants durch den Debantbach extrem gefährdet. Dabei wurde beim Perloger ein neu erbautes Futterhaus von den Fluten des Debantbaches mitgerissen, das Stampfer Wohnhaus fiel einem Murabgang zum Opfer. Wartschenbach-Murenabgang im August 1995 sowie zweimal im September 1997.

Wirtschaftsgeschichte

Hier sehen Sie das jüngste Wirtschaftsgrossprojekt in Nußdorf Debant, das Einkaufszentrum an der Drautalbundesstrasse
Einkaufszentrum an der Drautalbundesstrasse

Bereits 1564 errichtete das Lienzer Messingwerk Baulichkeiten und Betriebsanlagen als Dependance in Debant. Der Aufschwung im 18. Jahrhundert wurde durch die politischen Ereignisse nach 1805 und die Kriegsereignisse von 1809 zunichte gemacht, die Anlagen wurden verkauf und zu einer Hammerschmiede und einer Mühle umfunktioniert. Der wirtschaftliche Aufschwung setzte nach 1950 ein. Durch den Bau der zwei Wasserkraftwerke der Tiwag (1909/10 und 1948(49), der Umspannwerke der Tiwag und der Verbundgesellschaft und durch den Anschluss von Debant an die Wasserversorgungsanlage Nussdorfs wurden entscheidende Voraussetzungen für Betriebsgründungen geschaffen. So wurden bis 1992 neunzig Industrie-, Gewerbe- und Handelsbetriebe mit ca. 1.000 Beschäftigten errichtet, wodurch sich Nußdorf-Debant zu einer wirtschaftlich starken Gemeinde entwickelt.

 

Der Tourismus (15.000 Nächtigungen pro Jahr) ist nur von geringer Bedeutung.

Denkmalschutz

Hier sehen Sie ein Bild der Kapelle Hl. Sylvester in Debant
Kapelle Hl. Sylvester in Debant

Denkmalgeschützte Gebäude

Einige Objekte sind nach Angaben des Bundesdenkmalamtes über Mitteilung des Landeskonservatorrates für Tirol vom 14. April 1998 von künstlerischer, kultureller oder geschichtlicher Bedeutung. Nach § 2 des Österreichischen Denkmalgesetzes sind alle Gebäude im öffentlichen Besetz (Bund, Land, Gemeinde) anerkannte Religionsgemeinschaften unter Schutz gestellt. Gebäude im Privatbesitz sind nach § 3 in Übereinkunft mit dem Besitzer geschützt.

  • Kapelle Hl. Sylvester in Debant
  • Pfarrkirche Hl. Geist in Debant
  • Marienstöckl an der Straße ins Debanttal
  • Hofer-Stöckl in Alt-Debant
  • Alt-Debant Nr. 21
  • Doppelharpfe auf dem Haidenberger Feld
  • Außerrader Kapelle
  • Pfarrkirche St. Helena mit Friedhof in Nußdorf
  • Kruzifix östl. der Pfarrkirche St. Helena (außerhalb der Friedhofsmauern)
  • Ansitz Staudach
  • Nußdorf Nr. 2 "Fasching" (Wohnhaus, Pfeiferstadel, Harpfe)
  • Faschingbildstock
  • Nußdorf Nr. 19 (Schlemmer Stubenhaus)

 

Bodendenkmalpflege

  • Im Bereich Breitegg befindet sich eine Rückfallkuppe, die durch Grabungen als prähistorischer Siedlungsplatz bestimmt werden konnte. Dieses Bodendenkmal hat große kulturhistorische Bedeutung für den Osttiroler Raum.

  • Bei Bauarbeiten wurde angeblich das Ende eines unterirdischen Ganges gefunden, der beim Schloss seinen Eingang haben soll. Dort sollen in einem Erdloch Hellebarden gefunden worden sein. Vielleicht handelt es sich in beiden Fällen um unterirdische Fluchträume (Erdställe).

  • Morphologisch ähnliche, nach 3 Seiten abfallenden Terrassenartigen Kuppen kommen als vorgeschichtliche Siedlungsplätze in Frage. Entsprechende Funde sind bisher noch nicht bekannt geworden.

  • Westlich des Friedhofes Debant liegt in der sogenannten "Gline" eine römische Villa. In diesem Bereich sind neue Grabungen geplant.

 

Im Interesse einer möglichst umfassenden Erforschung ur- und frühgeschichtlicher Perioden ist beim Auftreten von Bodenfluren (wie alte Mauern, Pflasterungen, Münzen, Waffen, Tongefäßen, Gebeinen, Inschriftsteinen, auffallenden Brandspuren usw.) die weitere Bautätigkeit einzustellen und der Landeskonservator für Tirol zu verständigen.

Bevölkerung

Einwohnerzahlen

Laut Strukturdaten vom Jahre 1961 ergab sich eine Bevölkerungszahl von 1.127 und die Volkszählung 1991 ergab eine Einwohnerzahl von 2.794. Die Meldeliste vom Jahre 1998 zeigt einen Anstieg auf 3.015 Einwohner bzw. vom Jahre 1999 auf 3.059 Einwohner. Die Volkszählung 2001 ergab eine Bevölkerungszahl von 3.111.

 

Auf der Grafik sehen Sie die Einwohnerzahlenentwicklung von 1981 bis 2006
Die Einwohnerzahlen von 1981 bis 2006
Jahr Einwohner Zuwachs Zuwachs in %
1981 2216
1991 2794 + 578 + 26,08
1998 3015 + 221 + 7,9
1999 3059 + 44 +1,46
2001 3111 + 52 +1,7
2006 3236 + 125 +4,02
2012 3314 + 78

Altersstruktur

 

Nach den Strukturdaten vom 31.12.2006 setzt sich die Wohnbevölkerung wie folgt zusammen:

Hier sehen Sie eine Statistik der Altergruppen in der Bevölkerung
Die Altersgruppen in der Bevölkerung
Altersgruppe Anzahl Prozent
0-10 357 11,76
11-20 457 15,05
21-30 465 15,32
31-40 488 16,07
41-50 511 16,83
51-60 174 5,73
61-70 314 10,34
71-80 183 6,03
81-90 78 2,57
91-100 9 0,30

Haushaltsentwicklung

Die Entwicklung der Anzahl der Haushalte in der Gemeinde zeigt lt. Strukturdatenermittlung folgendes Bild:

Hier sehen Sie eine Grafik, auf der die Entwicklung der Haushalte von 1981 bis 2006 dargestellt ist.
Entwicklung der Haushalte von 1981 bis 2006
Jahr Haushalte Zuwachs Zuwachs in %
1981 586
1991 843 + 257 + 43,86
1998 1025 + 182 + 21,59
1999 1049 + 24 +2,34
2001 1127 + 78 +7,44
2006 1296 + 169 +15,00
2012 1481 + 185